Praxisbeispiele

Beispiele aus der Praxis

Wie akzeptanzbasierte Entscheidungen bereits getroffen wurden und welchen positiven Einfluss die Methode dabei auf die darauf folgenden Schritte hatten.

Systemisches Konsensieren funktioniert überall dort, wo Menschen gemeinsam entscheiden – in Teams, Organisationen, Initiativen oder Gemeinschaften.
Die folgenden Beispiele zeigen typische Entscheidungsanlässe, den Ablauf und die Wirkung des Verfahrens – konkret, nachvollziehbar und übertragbar.

Heute entscheiden überwiegend wenige Menschen für viele Menschen.

Freiheit beginnt mit Nein will helfen dies zu verändern.

Was dafür nötig ist? Menschen, die gemeinsam Strukturen verändern.

hier später ggf Filter-Option um Beispiele nach Projekt-Kategorieren auszuwählen

Beispiel: Teamentscheidung im Arbeitskontext

Kontext: Interdisziplinäres Projektteam in einer Organisation

Ausgangssituation
Ein Projektteam aus verschiedenen Fachbereichen stand vor der Frage, wie die Zusammenarbeit im kommenden Jahr gestaltet werden soll. In der Vergangenheit hatten Mehrheitsentscheidungen zu Unzufriedenheit geführt: Einige fühlten sich übergangen, andere zogen sich innerlich zurück. Die Umsetzung der Beschlüsse stockte regelmäßig.

Fragestellung

Welche Arbeitsstruktur ist für alle Beteiligten am ehesten akzeptabel und langfristig tragfähig?

Lösungsoptionen

  1. Klare Hierarchien mit festen Entscheidungswegen

  2. Selbstorganisierte Teams mit hoher Autonomie

  3. Hybrides Modell mit klaren Rollen und gemeinsamen Entscheidungsformaten

Konsensierungsprozess
Alle Teammitglieder bewerteten jede Option mit ihrem individuellen Widerstand. In der Auswertung zeigte sich, dass die stark hierarchische Lösung bei mehreren Personen hohen Widerstand auslöste, während das hybride Modell insgesamt den geringsten Gesamtwiderstand hatte.

Ergebnis
Entscheidung für das hybride Modell.

Wirkung & Erkenntnisse
Die neue Struktur wurde von allen mitgetragen. Auch Personen, die eine andere Option bevorzugt hätten, unterstützten die Umsetzung aktiv. Konflikte nahmen ab, Verantwortlichkeiten wurden klarer.

Zitat
„Es war nicht meine Lieblingslösung – aber ich konnte sie gut mittragen.“

Beispiel: Entscheidung in einer Lerngruppe / Schule

Kontext: Lerngruppe mit Lernbegleitenden

Ausgangssituation
In einer selbstorganisierten Lerngruppe gab es Unklarheit über Regeln, Verantwortlichkeiten und Mitbestimmung. Diskussionen verliefen emotional, Entscheidungen wurden immer wieder infrage gestellt.

Welche gemeinsamen Regeln unterstützen Lernen, Verantwortung und Miteinander am besten?

Lösungsoptionen

  • Feste Regeln, vorgegeben durch die Lernbegleitenden

  • Vollständige Selbstbestimmung der Lernenden

  • Gemeinsamer Regelrahmen mit regelmäßigem Überprüfen

Konsensierungsprozess
Alle Beteiligten – Lernende und Begleitende – brachten ihre Perspektiven ein und bewerteten die Optionen. Besonders sichtbar wurde, wo Unsicherheiten und Befürchtungen lagen.

Ergebnis
Ein gemeinsam entwickelter Regelrahmen mit klaren, aber überprüfbaren Vereinbarungen.

Wirkung & Erkenntnisse
Die Akzeptanz der Regeln stieg deutlich. Lernende übernahmen mehr Verantwortung, Konflikte konnten schneller geklärt werden.

Beispiel: Verein oder Initiative

Kontext: Ehrenamtlich getragene Initiative

Ausgangssituation
Ein Verein stand vor einer strategischen Weichenstellung, die emotional stark aufgeladen war. Unterschiedliche Zukunftsbilder führten zu Spannungen und Lagerbildung.

Fragestellung
Welche strategische Ausrichtung ist für den Verein insgesamt am ehesten tragfähig?

Lösungsoptionen
Mehrere Zukunftsszenarien mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Konsensierungsprozess
Durch die Bewertung der Widerstände wurde deutlich, dass keine Option breite Ablehnung hervorrief, eine jedoch deutlich weniger Widerstand sammelte als die anderen.

Ergebnis
Entscheidung für die Option mit dem geringsten Gesamtwiderstand.

Wirkung & Erkenntnisse
Die Entscheidung wurde von allen mitgetragen. Die emotionale Spannung nahm ab, die gemeinsame Umsetzung gewann an Energie.

 

Beispiel: Shortlist für den Namen einer neuen Dachmarke

Kontext: Strategische Markenentscheidung

Ausgangssituation
Im Zuge der Einführung einer neuen Dachmarke lagen 20 Namensvorschläge vor, die alle das definierte Dachmarkenprofil erfüllten. In früheren Projekten hatten Namensfindungen häufig zu langen, emotional geführten Diskussionen geführt, ohne klares Ergebnis.

Fragestellung
Welche Namen sind für die Entscheidungsgruppe insgesamt am ehesten akzeptabel und eignen sich für eine vertiefte rechtliche Prüfung?

Entscheidungsgruppe
5 Personen aus C-Level, Teamführung und Mitarbeitenden.

Lösungsoptionen
20 gleichwertige Namensvorschläge.

Konsensierungsprozess
Alle Teilnehmenden bewerteten jeden Namensvorschlag anhand ihres individuellen Widerstands. Persönliche Geschmacksfragen traten in den Hintergrund; sichtbar wurde, welche Namen breite Akzeptanz fanden und welche starke Ablehnung auslösten.

Ergebnis
Eine Shortlist mit 4 Namen, die den geringsten Gesamtwiderstand aufwiesen und zur weiteren Prüfung an die Rechtsabteilung übergeben wurden.

Wirkung & Erkenntnisse
Das Ergebnis lag innerhalb von 40 Minuten vor – ohne ausufernde Diskussionen oder emotionale Debatten. Die Entscheidung wurde von allen Beteiligten mitgetragen.

Zitat 
„Zum ersten Mal hatten wir eine klare, schnelle Entscheidung – ohne Machtspiele, ohne Endlosdiskussionen. Diese Methode werden wir künftig öfter nutzen.“ Anne K. Head of Marketing

 

Beispiel: Politischer Entscheidungsprozess auf Landesebene

Kontext: Konsensieren bei der Änderung einer Landesverfassung

Ausgangssituation
Im Rahmen einer geplanten Änderung der Landesverfassung stehen mehrere Reformvorschläge zur Diskussion. Die Themen berühren grundlegende Werte, gesellschaftliche Interessen und politische Überzeugungen. Klassische Abstimmungsverfahren drohen, Gewinner und Verlierer zu produzieren und die Legitimität der Entscheidung zu schwächen.

Fragestellung
Welche Verfassungsänderung findet die höchste gesellschaftliche Akzeptanz bei gleichzeitig minimalem Widerstand?

Lösungsoptionen

  • Beibehaltung des bestehenden Verfassungstextes

  • Moderate Reform mit klar definierten Anpassungen

  • Umfassende Neufassung einzelner Artikel

Konsensierungsprozess
Vertreter:innen unterschiedlicher politischer Strömungen, Fachjurist:innen und zivilgesellschaftlicher Gruppen bewerten die Optionen anhand ihres jeweiligen Widerstands. Die Auswertung macht sichtbar, welche Vorschläge polarisieren und welche eine breite, wenn auch nicht enthusiastische, Akzeptanz finden.

Ergebnis

Noch im Prozess

Wirkung & Erkenntnisse
Das Verfahren stärkt Transparenz, Vertrauen und demokratische Verantwortung.

Muster erkennen

Was diese Beispiele gemeinsam haben

  • Widerstände werden sichtbar und ernst genommen

  • Entscheidungen werden mitgetragen

  • Verantwortung bleibt bei allen

  • Konflikte werden früh integriert statt später ausgetragen

Wo könnte Konsensieren bei euch helfen?

  • Steht ihr vor einer wichtigen Entscheidung?

  • Gibt es festgefahrene Diskussionen?

  • Wünscht ihr euch mehr Verbindlichkeit ohne Druck?